Mitten im Kalten Krieg, 1982, erschien der Comic „When the Wind blows“ des Briten Raymond Briggs. Die Geschichte über das alte Ehepaar Hilda und Jim Bloggs war eine bitterböse Satire auf die britische Gesellschaft. Denn Jim und Hilda haben in ihrer sympathisch-naiven Art keine Ahnung, was es mit der nuklearen Bedrohung auf sich hat und glauben, weiß gestrichene Fensterscheiben schützen vor atomarer Strahlung. Als die Bombe tatsächlich fällt, wird aus dem spöttischen Ton ein bewegendes, zu Tränen rührendes Drama. Jimmy T. Murakami hat seinen nach Briggs’ Bildern gestalteten Animationsfilm liebevoll stilisiert und doch extrem detailgenau gezeichnet. Manches erinnert an Isao Takahatas Animé „Die letzten Glühwürmchen“. Die inhaltlich ähnlich zeitlose Warnung „Wenn der Wind weht“ trumpft zusätzlich mit dem Titelsong von David Bowie und dem Soundtrack von Roger Waters auf. ulf