Jan Bachmann, 1986 in Basel geboren, debütierte vor einem Jahr als Comiczeichner mit „Mühsam, Anarchist in Anführungszeichen“. Auch jetzt bleibt er den Anfängen des 20. Jahrhunderts und der Suche nach alternativen Lebensentwürfen treu: „Der Berg der nackten Wahrheiten“ erzählt von den Aussteigern und der vegetarischen FKK-Gemeinschaft auf dem Monte Verità im Tessin. Bachmann, dieser schlitzohrige Autor, schildert seine Geschichte, die „so oder so ähnlich (eher so ähnlich)“ stattgefunden haben könnte, aus der Sicht der Ziege, mit der sich der Künstler Gusto Gräser (1879-1958) anfreundet. Das liest sich unterhaltsam und trifft die Atmosphäre, die damals geherrscht haben könnte. Zeichnerisch hat sich der Schweizer weiterentwickelt. Seinen charmanten, kindlich-krakeligen Strich hat er glücklicherweise beibehalten, setzt ihn aber dramaturgisch viel routinierter ein als noch bei „Mühsam“. leic