„Einen neutraleren Laudator als mich hätten Sie heute nicht wählen können“, scherzt Gerhard Polt. Gelächter im Kinosaal des Münchner Filmmuseums. Denn wer in der Branche ist Gisela Schneeberger enger verbunden als der große Kabarettist? Zusammen sind die beiden seit 30 Jahren ein unschlagbares Team. Der Montagabend aber gehört der Schneeberger allein. Die 71-jährige Schauspielerin darf den Filmpreis der Landeshauptstadt München von Bürgermeisterin Christine Strobl entgegennehmen, die zuvor eine charmante Rede hält – und sich deutlich als Fan der bayerischen Künstlerin zu erkennen gibt. „Am Wochenende habe ich Ihren aktuellen Film ,Eine ganz heiße Nummer 2.0‘ im Kino angeschaut. Da hat man auch als Sozi mal was zu lachen“, erzählt Strobl selbstironisch.
Zu lachen gibt’s an diesem Abend viel. Wenn Polt nach seinen herzlichen Worten („Gisela gelingt es, einen Fadiseur mit dem Charme eines Knäckebrots so darzustellen, dass wir gebannt zuschauen“) mit der augenzwinkernden Behauptung endet: „Ich könnte noch viel erzählen, aber dann müsste ich dich loben und das wollte ich vermeiden.“ Oder wenn auf der Leinwand ein Zusammenschnitt von Schneeberger-Auftritten aus Kult-Sendungen wie „Fast wia im richtigen Leben“ und Helmut Dietls „Monaco Franze“ gezeigt wird.
Sie ist die erste Schauspielerin, die den Preis erhält. Zuvor gewannen ihn etwa Regisseurin Caroline Link oder Regisseur Michael Verhoeven, der an diesem Abend mit Senta Berger im Publikum sitzt. „Ich komme mir vor wie eine Hochstaplerin, wenn ich die Gewinnernamen lese“, sagt die reizende Gisela Schneeberger. „Das ist gar nicht kokett gemeint! Ich hatte in meinem Leben einfach immer sehr viel Glück.“ Nur eines sei ärgerlich: Das Preisgeld habe sie schon vor Monaten bekommen. „Ich hab’ das längst ausgegeben! Es würde mich noch viel mehr freuen, den Scheck jetzt zu bekommen.“ Sagt sie und lächelt ihr unnachahmlich freches Lächeln. „Ein Glücksfall für München“ sei sie, schreibt die Jury. Wie wahr!