Gerade ist er als „Rigoletto“-Herzog an der Bayerischen Staatsoper aktiv. Gemessen am Aufwand (eine CD bei einem Major-Label mit allen möglichen Tenor-Hits) inklusive entsprechendem PR-Tamtam, naht da Großes. Benjamin Bernheim, geboren 1985 in Paris, ist tatsächlich eine Riesenhoffnung. Und am besten – das liegt nicht allein an der Muttersprache – im französischen Fach: Eine solch biegsame, in jeder Lage ansprechende, zu musterhafter Mezzavoce fähige Stimme gibt es derzeit kaum. Bernheim ist viel zu sehr Stilist, als dass er sich Tenorismen wie Portamenti, Verschleifungen, Schluchzer oder ähnlich Aufgesetztes erlauben würde. Ist aber bei Verdi oder Puccini die grande Emozione gefragt, wirkt das wie dargestellt, weniger aus tiefstem Inneren erlebt. Eine gewisse Distanz und Kühle zeichnet Bernheims Gesang aus. In dramatischen Momenten gibt es auch leichte Versteifungen und Farbverluste, da Bernheim zwecks Projektion den Ton stark kanalisiert. Vielleicht sollte er zunächst beim Lyrischen bleiben. th