Es soll ein Propaganda-Roman werden: Am Ausbruch des Ersten Weltkriegs, so will es der Kaiser, sind die Freimaurer schuld. Mit diesem Ansinnen tritt das Auswärtige Amt an Gustav Meyrink heran. Der Schriftsteller, berühmt für den Roman „Der Golem“, ist der Protagonist in Christoph Poschenrieders Werk. Der Münchner erzählt die Geschichte des Bestsellerautors, den das Geld so verlockte, dass er bereit war, eine Lüge in die Welt zu setzen. Doch wollen die Worte nicht fließen. Poschenrieder liegen Quellen über die Fakten bruchstückhaft vor. Die Lücken füllt er mit Fiktion. Zugleich streut er Zeugnisse der eigenen Recherche ein. Damit behandelt „Der unsichtbare Roman“ auf zwei Ebenen das Thema, wie Schriftsteller mit ihren Stoffen kämpfen: als Geschichte, an deren Ende ein leeres Blatt stehen wird; und als Recherche, die in eine Welt des Umbruchs eintaucht. sfi