Gipfelsturm im Kellertheater

von Redaktion

Lehárs „Schön ist die Welt“ in einer kleinen, feinen Version

Was braucht es schon, um glücklich zu sein? Im Grunde nicht viel, wenn der oder die Richtige vor einem steht und ein tiefer Blick in die Augen mehr sagt als jede Liebesarie. Das ist zwar keine neue, dennoch eine sehr herzerwärmende Weisheit, die man nach der Premiere von Lehárs „Schön ist die Welt“ mit nach Hause nimmt. Jener romantischen Komödie, mit der das Münchner Hofspielhaus seine Reihe von kleinen, feinen Operetten-Produktionen fortsetzt und dank Charme-Offensive wieder einmal begeistert.

Eine Prinzessin, die sich nicht von der Tante zwangsverheiraten lassen will, flüchtet inkognito in die Schweizer Berge. Dort trifft sie einen feschen Gebirgsjäger, der sich als genau jener auserkorene Bräutigam entpuppt und den es ebenfalls verkleidet hierher verschlagen hat. Die Geschichte ist wie so oft in diesem Genre eher simpel. Banal jedoch nicht. Dafür sorgt schon Regisseur Dominik Wilgenbus, der humorvoll Operetten- und Heimatfilm-Klischees bedient, dabei seine Protagonisten und deren Gefühle aber nie verrät. Lehárs Partitur wurde aufs Wesentliche reduziert. Zwei Pianistinnen begleiten und dürfen sich, ebenso wie der Barmann des Kellertheaters, auch mal in die Handlung mischen. Meist aber bleibt die Sache auf das Liebespaar konzentriert. Authentisch verkörpert von Alessia Broch, die selbst nach einem dramatischen Lawinenabgang nie an Noblesse verliert, und Leo Mastjugin, der als Naturbursche in Kniebundhosen ebenfalls eine gute Figur macht. Ob es nach all der Täuschung ein Happy End geben kann? TOBIAS HELL

Vorstellungen

bis 31. Januar; Telefon 089/24 20 93 33.

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