Die Virtuelle Realität (VR) hat Einzug ins Lübecker Günter-Grass-Haus gehalten. Mithilfe einer VR-Brille können Besucher in die Welt von Grass’ „Die Blechtrommel“ (1959) eintauchen. „Dadurch wollen wir die Menschen motivieren, den Roman zum ersten oder auch zum wiederholten Mal zu lesen“, sagte der Leiter des Hauses, Jörg-Philipp Thomsa. Das Projekt „Inside Blechtrommel“ kostete rund 220 000 Euro. Die VR-Brille lässt die Besucher einige der in der „Blechtrommel“ beschriebenen fiktiven Orte erleben. Ausgangspunkt ist ein im Museum nachgebauter Danziger Kaufmannsladen aus den Dreißigern. In dem virtuellen Raum können Besucher Dinge berühren und sich in die Welt des Oskar Matzerath, der Schlüsselfigur des Romans, hineinversetzen.
Richard Wagner bleibt einer der zentralen Komponisten der Tiroler Festspiele. Im Sommer wird im Passionsspielhaus Erl eine Neuinszenierung des „Lohengrin“ gezeigt. Titus Engel dirigiert, Katharina Thoma führt Regie. Darüber hinaus hat Rossinis „Bianca e Falliero“ Premiere (Giuliano Carella, Tilmann Köhler). Als dritte Neuproduktion sind Humperdincks „Königskinder“ zu erleben (Gledré Šlekyté, Matthew Wild). Im Konzertprogramm sticht eine zyklische Aufführung der Beethoven-Klavierkonzerte heraus. Die Camerata Salzburg, Solist Paul Lewis und Dirigent Andrew Manze wurden dazu engagiert. Informationen unter www.tiroler-festspiele.at.
Michael Jackson als Klima-Aktivist? Zumindest seine Schwester La Toya betrachtet den einstigen „King of Pop“ und vor allem seinen „Earth Song“ als zukunftsweisend. „Wir leiden an Umweltverschmutzung, das Klima ändert sich. Das ist das Lied für diesen Moment“, sagte die 63-Jährige. Der „Earth Song“ aus dem Jahr 1995 prangert den Raubbau an der Erde an. Die ältere Schwester von Jackson (1958-2009) war nach Stuttgart gekommen, um für die Show „Forever – King of Pop“ zu werben. Die Deutschlandpremiere ist am 10. Januar in Berlin. Jackson war 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben. Anfang des Jahres hatte die Dokumentation „Leaving Neverland“ für Schlagzeilen gesorgt. In dem Film erheben zwei Männer schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den Sänger.
Der österreichische Literaturnobelpreisträger Peter Handke reagiert weiterhin dünnhäutig auf Fragen nach seiner Haltung im Jugoslawien-Krieg. Ein Interview mit Österreichs Nachrichtenagentur APA brach der 76-Jährige nach einer Stunde ab. Eine Frage nach seinem 1999 ausgestellten jugoslawischen Reisepass habe das Fass zum Überlaufen gebracht, teilte die APA mit. „Jetzt hören wir auf. Ich bitte Sie, das Haus zu verlassen. Das ist ja unglaublich“, sagte Handke.