Ein Bild aus zwei Strichen, die sich kreuzen, einer lila, einer braun. Manche Betrachter sehen darin Kunst. Andere nicht. Genau so ist das mit dem Text, der von diesem Bild erzählt: Sätze ohne Anfang oder Ende, endlose Gedankenketten mit rund fünfzehn „und“-Konjunktionen als Verknüpfungspunkte pro Seite, die sich auseinandersetzen mit dem Leben und dem Sterben, dem Hellen und dem Dunklen – und eben mit der Kunst. Der erste Band des Opus magnum von Jon Fosse ist Entschleunigung in Buchstaben. Fosse erzählt aus der Sicht von Asle, einem alten Maler, der seinem Alter Ego, einem einsamen Alkoholiker, begegnet. Zwei Versionen eines Lebens, Erinnerungen und Wunschträume überlagern sich. Kunst oder nicht? Das mag jeder für sich entscheiden. mbl