Tsunami aus Schallwellen

von Redaktion

„Hope“, Hoffnung, ist zu Anfang auf den von Karl Lemieux’ begleitenden Filmprojektionen zu sehen. Und beim Konzert von Godspeed You! Black Emperor im ausverkauften Münchner Technikum ist das tatsächlich das Grundgefühl. Nur selten muss man wie früher erst durch ein Massiv der Finsternis, bevor daraus kathartisch die Melodien im bukolischen Dreiertakt hervorsprengen. Das Album „Luciferian Towers“ und das neue Live-Material dazu breiten in ihren Viertelstunden-Anstiegen früh die Arme aus, laden zur utopischen Landpartie. Eine Pastorale des Lärms. Ein reinigender Reigen der Revolution. Ekstatische Hymnen. Die Verweigerung jeder Publikums-Interaktion hat bei Godspeed You! nichts mit Arroganz zu tun. Es geht ums Kollektiv, ums Zurücktreten vom Personenkult. Ums Versprechen: Werft euch alle mit uns auf den Tsunami aus Schallwellen – und er wird euch tragen. Monumental! THOMAS WILLMANN

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