„Das Jahr war a bsoffene Gschicht“

von Redaktion

Django Asül justierte seinen kabarettistischen „Rückspiegel 2019“ im Münchner Lustspielhaus

VON JÖRG HEINRICH

Menschen, Bilder, Emotionen. So oder so ähnlich heißen die Rückblicksendungen im Fernsehen, die mit Hundertschaften von Gästen das ablaufende Jahr Revue passieren lassen. Dabei sind so viele Menschen für den Blick zurück überhaupt nicht notwendig. Ein Mensch reicht schon – wenn er Django Asül heißt. Der Botschafter Niederbayerns schaut auch in seinem neuen Jahresend-Programm wieder wunderbar lustig, bös’, hinterfotzig und bauernschlau in den „Rückspiegel 2019“. Großer Applaus bei der Premiere im ausverkauften Münchner Lustspielhaus für Django, Bilder, Emotionen.

„Haben’s denn seit dem Rückblick 2018 viel am Text geändert?“ Das war die amüsanteste Frage, die Django im Vorfeld gestellt wurde. Antwort: Hat er, auch wenn sich viele Hauptdarsteller vom vergangenen Jahr auch 2019 wieder humoristisch verdient gemacht haben. Von Donald Trump bis Cathy  Hummels,  von AKK bis Uli Hoeneß – Bayerns bester Rückblicker erspäht sie alle wieder in seinem bewährten Spiegel. „Impeachment kommt von Peach, also von Pfirsich. Da ist das Amtsenthebungsverfahren schon auf die Gesichtsfarbe abgestimmt“, spottet er über den irrlichternden US-Präsidenten. Und Maut-Andi-Scheuer zeigt er die Karriereperspektiven auf: „Wenn er richtig Mist macht, wird er halt nächster EU-Kommissionschef.“

Asüls Fazit zum bisweilen wunderlichen 2019, frei nach HC Strache: „Das Jahr war a bsoffene Gschicht.“ Und Django würdigt die bsoffene Gschicht mit angemessenem Unernst. Er bringt die großen und die kleinen Geschichten unter einen Hut, von „Zinsmeuchler“ Mario Draghi bis zum achtjährigen Mini-Vettel aus Soest, der im VW Golf seiner Mama mit 180 über die Autobahn gebrettert ist. Dahinter steckt emsiges Recherchieren, der Groß-Derblecker hat die vergangenen elf Monate wieder sehr fleißig Zeitung gelesen. Und er beherrscht den Spagat zwischen höherem und nicht ganz so hohem Blödsinn. Mal erklärt er anhand der Angebots- und Nachfragesituation im Bäckerhandwerk höchst gewitzt, wie der Berliner Mietendeckel (nicht) funktioniert. Als einstiger Bankkaufmann kennt sich Django aus mit der Ökonomie und staunt selber, wie sich in der modernen Marktwirtschaft die Inflation offenbar von der Preisentwicklung abgekoppelt hat. Und dann wiederum blödelt er vergnügt über die Irrungen und Wirrungen der SPD.

Als Kabarettist hätte er große Freude gehabt an einem Führungstandem aus Gesine Schwan und Kevin Kühnert, an „Inge Meysel und dem Pumuckl“. Besonderes Kennzeichen: „Sie arbeitet nicht mehr, und er hat es nie vorgehabt.“ Aber auch bei Nowabo und Saskia Esken, den neuen Rettern der Roten, entdeckt Django Asül viel Lach-Potenzial. „Der Walter-Borjans heißt Norbert. Walter ist seine Frau“, amüsiert er sich über die sozialdemokratischen Namenskomplikation.

Und die weiteren Aussichten für den Freistaat? Django denkt über eine Anschlussverwendung für den Ex-Präsidenten des FC Bayern nach: „Uli Hoeneß hat schon den Söder gefragt, wie lange er noch Ministerpräsident bleibt.“ Mehr dazu dann im „Rückspiegel 2020“, mit viel geändertem Text.

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