Weil Bruce Springsteen gerade damit beschäftigt ist, ein neues
Album mit seiner E-Street-Band aufzunehmen, hat er keine Zeit, sein letztes Solo-Projekt „Western Stars“ live vorzustellen. Aus der Not machte der Mann eine Tugend. In einer Scheune versammelte er ein paar Musiker, darunter ein komplettes Streichorchester, und spielte die Platte live für einen Film ein, so wie er es gerne auf einer Tour gemacht hätte. Das Resultat ist
eine verblüffend wirksame Neuinterpretation der Stücke und legt den Gedanken nahe, Springsteen sollte seine Alben überhaupt immer nur in der Live-Version veröffentlichen. Ein wunderschöner, atmosphärisch stimmiger Ritt durch das erste echte Alterswerk des Boss’. Ein Mann blickt zurück und sieht – es bleibt nicht viel. Aber das ist ja besser als gar nichts. Alleine der seelenvolle Gesang bei „Hello Sunshine“ lohnt für Fans die Platte. zg