Gut geknurrt

von Redaktion

Jinjer geben stimmgewaltiges Metal-Konzert im Backstage

VON DOMINIK GÖTTLER

Tetjana Schmajljuk ist eine Frau der großen Gegensätze. Eher zierlich steht sie in ihrem bodenlangen Kleid auf der Bühne und haucht eine verspielte Melodie ins Mikrofon. Doch dann drückt ihr Schlagzeuger aufs Tempo, die Bassdrum lässt die Halle vibrieren, aus den Verstärkern schießt ein Stakkato von Bass und Gitarre – und plötzlich kommt die Schwarze Witwe zum Vorschein. Schmajljuk wirbelt über die Bühne, der klare Gesang ist einem wütenden Knurren gewichen, das im Publikum für freudiges Toben sorgt.

„Growling“ nennt sich diese Technik des gutturalen Gesangs, der das Markenzeichen der ukrainischen Metalband Jinjer ist. Schmajljuk ist neben der „Arch Enemy“-Frontfrau Alissa White-Gluz eine der prominentesten Vertreterinnen der weiblichen gutturalen Gesangsszene. Die Jinjer-Songs werden von der wachsenden Fangemeinde im Netz mit Entzücken geteilt und auch das Konzert im Münchner Backstage ist ausverkauft.

Und Tetjana Schmajljuk beweist einmal mehr, was sie auf der Bühne für ein Energiebündel ist. Sie stampft, springt und schleudert ihr Kleid durch die Luft, während sie zwischen Klar- und Kehlgesang wechselt, bis sie völlig außer Atem ist. Und die elektrisierten Fans in den ersten Reihen tun es ihr gleich. Ein Auftritt, der nachwirkt – nicht nur im Gehörgang.

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