Pech in der Vorrunde

von Redaktion

Der Film „Systemsprenger“ ist schon jetzt aus dem Oscar-Rennen

Für den Film „Systemsprenger“ von Nora Fingscheidt wird es keine der begehrten Oscar-Auszeichnungen geben. Der deutsche Beitrag blieb im Rennen um den Auslands-Oscar schon bei der Vorauswahl auf der Strecke. Nach Mitteilung der Filmakademie in Los Angeles gelangten zehn von 91 Ländern mit ihren Einsendungen in die nächste Runde, darunter Südkorea („Parasite“), Frankreich („Les Misérables“), Spanien („Leid und Herrlichkeit“) und Nordmazedonien („Land des Honigs“). In dem Wettbewerb um die Trophäe in der Sparte „International Feature Film“ hatten Akademie-Mitglieder die Vorauswahl getroffen. Am Ende werden fünf Kandidaten bestimmt. Die Oscar-Nominierungen in allen Sparten werden am 13. Januar verkündet. Die Preisvergabe soll dann am 9. Februar über die Bühne gehen.

„Systemsprenger“ mit Hauptdarstellerin Helena Zengel erzählt von einem schwer erziehbaren Mädchen, mit dem Familie und Sozialsystem überfordert sind. Der Beitrag wurde im August von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, als Oscar-Kandidat ausgewählt. Zuletzt hatte Deutschland Florian Henckel von Donnersmarck mit „Werk ohne Autor“ ins Oscar-Rennen geschickt. Der Film schaffte es auf eine Shortlist von neun Kandidaten und in die Endrunde von fünf Filmen, ging bei der Gala dann aber leer aus. Gewinner war der mexikanische Beitrag „Roma“ von Alfonso Cuarón. Mit dem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ hatte Donnersmarck 2007 den bislang letzten Auslands-Oscar nach Deutschland geholt. In der Sparte hatten vor ihm Volker Schlöndorff mit der Verfilmung des Günter-Grass-Romans „Die Blechtrommel“ (1980) und Caroline Link mit „Nirgendwo in Afrika“ (2003) triumphiert.

Pech in der Vorrunde für die Oscar-Verleihung 2020 hatte auch der Berliner Dokumentarfilmer Thomas Heise mit „Heimat ist ein Raum aus Zeit“. Er war einer von 159 Bewerbern für einen Doku-Oscar, schaffte es aber nicht auf die Kurzliste von 15 Kandidaten. Heise hatte im Juni den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2019 gewonnen. In seinem Film zeichnet er die Geschichte seiner Familie über vier Generationen zwischen Wien, Dresden und (Ost-)Berlin nach. Im vorigen Februar war in der Kategorie „Beste Dokumentation“ die deutsch-syrisch-libanesische Produktion „Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats“ von Talal Derki nominiert. Die Trophäe ging dann an „Free Solo“ über einen Freikletterer.  dpa

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