So weit wie er ist kein anderer bis in die hintersten Partitur-Verästelungen gekrochen. Auch deshalb bedeutete die Einspielung von Nikolaus Harnoncourt mit dem Chamber Orchestra of Europe eine Revolution (erschienen bei Warner). Die neun Symphonien begegnen einem noch heute, als seien sie gerade erst komponiert. Fast auf ähnlicher Höhe agiert John Eliot Gardiner mit dem überrumpelnden Furor des Orchestre Revolutionnaire et Romantique (Deutsche Grammophon). Viermal und so oft wie kein anderer spielte Herbert von Karajan die Symphonien ein. Seine erste mit dem Philharmonia Orchestra London (Warner) hat er nie wieder übertroffen – auch weil sie noch weitgehend frei ist vom klanglichen Imponiergehabe der späteren Durchgänge. Aus den Aufnahmen jüngeren Datums ragt eine heraus – die von Riccardo Chailly mit dem Gewandhausorchester (Decca): Teils extreme Virtuosität verbindet sich hier mit dem süffig-samtenen Klang der Leipziger. th