Zwischen allen Stühlen

von Redaktion

Gleich in mehreren Gattungen hinterließ Beethoven Gipfelwerke. Was die Streichquartette betrifft, setzt sich das Belcea Quartet bewusst zwischen alle Stühle (ZigZag). Man hört, das die vier die historische Aufführungspraxis im Hinterkopf haben, ihr aber nicht sklavisch folgen. Bestechend, wie sie Transparenz mit Expressivität verbindet – eine Referenzaufnahme. Bei den 32 Klaviersonaten verfolgt Igor Levit einen ähnlichen Ansatz (Sony): modern gedacht, mit einer Virtuosität, die sich ständig zu hinterfragen scheint. Aus einem anderen Klangideal kommt Emil Gilels mit einer eindringlichen, in den langsamen Sätzen sehr verinnerlichten Wahrheitssuche (Deutsche Grammophon). Viel zu wenig werden Beethovens Lieder gewürdigt. Eine herausragende Gesamtedition glückte dem Bariton Hermann Prey und Sopranistin Pamela Coburn (Capriccio). In einer frühen Karrierephase hat Dietrich Fischer-Dieskau mit der Pianistin Hertha Klust einige dieser Miniaturen eingespielt (Test) – mit grandiosem Ergebnis, schiebt sich hier noch nicht das immense Wissen des Baritons vor das klangliche Ergebnis.  th

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