Schöner als zuvor

von Redaktion

Münchens Glyptothek wird bereits im November wiedereröffnet

VON SIMONE DATTENBERGER

Eine  Sensation  durfte Florian S. Knauß, Chef der Münchner Glyptothek und Antikensammlungen, bei der Jahrespressekonferenz verkünden: Die Glyptothek, die noch in Baustellen-Schutztücher eingehüllt  ist,  kann  früher eröffnet werden als geplant. Aller Voraussicht nach ist sie ab 19. November wieder zugänglich. Die Bauexperten hatten eigentlich mit Mai 2021 gerechnet. Knauß strahlt und spricht dem Staatlichen Bauamt München I, den Architekten und Handwerkern seinen Dank aus. „Sie alle haben sich von unserem Ehrgeiz mitreißen lassen.“ Nur im Außenbereich wird die Sanierung bis 2021 weitergehen. Bald ist also die Fassade gesichert, die Elektrik komplett erneuert (auch wichtig für den Schutz gegen Einbruch), und sind Barrierefreiheit und sanitäre Anlagen verbessert. „Einige alte Bausünden haben wir korrigiert“, sagt Knauß, „die Glyptothek wird schöner als zuvor“.

Ein weiteres Mal eingeweiht wird der Skulpturen-Tempel mit einer Ausstellung über  einen  Mann,  der ihn auf Kronprinz Ludwigs Zutun hin mitgeprägt hatte, den damaligen Starbildhauer Bertel Thorvaldsen (19. November 1770 bis 24.  März 1844). Zu seinem 250. schildert die Glyptothek – eingebettet in die Dauerschau: wieso der Wittelsbacher den Dänen als Restaurator für die Ägineten, die frisch erworbenen Giebelfiguren des Aphaia-Tempels auf Ägina, wollte; wer der Klassizismus-Star war; wie seine Werkstatt und die Porträtbildhauerei funktionierte und welche Spuren er sonst noch in Bayern hinterließ.

Bayern liegt zwar weit weg von Dänemark. Aber mit der Thorvaldsen-Hommage feiert es das deutsch-dänische Freundschaftsjahr glanzvoll mit. Dieses erinnert an die friedliche Grenzziehung vor 100 Jahren. Dänen von heute sind deshalb schon ab 10. März auf den Königsplatz geladen. Die Präsentation „Werke und Tage“ lässt in den Antikensammlungen griechische Vasen mit aktuellem Autorenschmuck dänischer Designer in Dialog treten.

Die Sommerausstellung widmet sich mit „Hund Katze Maus“ den Tieren in der Antike, wozu natürlich auch das Luxusgeschöpf Pferd gehörte oder mythische Viecher wie Athenes Eule. Und: Die augenblickliche Exposition todschicker Schwarzglanz-Keramik, „Black is beautiful“, ist so erfolgreich, dass sie bis Juni verlängert wird. Darüber hinaus bleibt die Theatertradition (nächste Vorstellungen 19./20. 2.) erhalten.

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