Exakt 837 Minuten dauert der labyrinthische Spielfilm des argentinischen Filmkollektivs El Pampero, eine schillernde Hymne an die Macht des Erzählens. Die meisten Serien beanspruchen inzwischen viel mehr Zeit, doch meistens weniger das Hirn. „La Flor“, der in Südamerika nach seinem Erscheinen 2018 zu Recht als Sensation galt, erzählt nicht weniger als die Geschichte aller Geschichten. Der Film ist mal Musical, mal Gruselstück, mal
Liebesfilm, Stummfilm, mal B-Movie oder Krimi. Wofür 14 Stunden, die noch dazu wie im Flug vergehen, gar nicht so ausufernd erscheinen. Im Zentrum stehen vier Frauenfiguren, die von Schauspielerinnen der Theatergruppe Piel de Lava gespielt werden. Da die Dreharbeiten insgesamt neun Jahre gedauert haben, sieht man ihnen diese Veränderungen auch an, was höchst reizvoll ist. Eine absolute Rarität für Cineasten und alle Fans des lateinamerikanischen Kinos. ulf