„Max Goldt gehört gelesen“, mit diesen Worten wirbt der Rowohlt-Verlag für die Bücher. Immer klug, in geschliffen scharfer Sprache und oft schreiend komisch sind die Betrachtungen des Wahl-Berliners. Goldt gehört aber auch gehört. Seit 1978 macht er mindestens interessante, oft großartige Musik mit avantgardistischer Schlagseite. Leider ist sogar sein Werk mit Foyer des Arts – im Duo mit dem Gitarristen Gerd Pasemann hatte Goldt den Hit „Wissenswertes über Erlangen“ – in Vergessenheit geraten. Seine Soloaufnahmen aus den Neunzigern in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Stephan Winkler sind fast noch besser. Die sechs CDs der Box „Draußen die herrliche Sonne“ bieten nun erstmals einen überwältigenden Überblick. Der Kontrast aus Albernem („Senf drauf“) und tief Melancholischem („Dein Kuss war Heimatkunde“), aus Pop, Postpunk, sogar Drum’n’Bass verlangt Hörer ohne Scheuklappen. Sie werden mit vielen Momenten belohnt, in denen sie fragen: Warum war das Lied denn kein Hit? lö