Die unerfüllte, die unerfüllbare Sehnsucht: Das ist das große Thema der Filme Sofia Coppolas. Schon ihr Regiedebüt „The Virgin Suicides“ ist davon durchwirkt. Wo Jeffrey Eugenides’ Romanvorlage aber die Perspektive pubertierender Burschen betont und die fünf Lisbon-Schwestern ein Mysterium bleiben, da dringt Coppola in die hermetische Welt der Mädchen vor. Sie lässt durch die Dichte der Atmosphäre, die Greifbarkeit der Welt genauer ahnen, was ihnen so unerträglich ist im Vorstadt-Detroit der 1970er. Die erste HD-Ausgabe auf Blu-ray verstärkt dies durch reichere Detailzeichnung, ohne die analoge Spätsommerwärme, den leichten Schleier der wehmütigen historischen Distanz aus den Bildern zu digitalisieren. Selten war eine Romanverfilmung einerseits so wortgetreu und holte andererseits so viel zwischen den Zeilen heraus, indem sie dem Text konkrete Körper, Räume, Licht verleiht. wil