Getragener Schlager

von Redaktion

Eine ausverkaufte Philharmonie, das ist mit Beethoven keine Seltenheit. Vor allem, wenn man dafür einen Namen wie Anne-Sophie Mutter (Foto: Peter Kneffel/dpa) aufbieten kann. Nachdem sie an den Tagen zuvor bereits beim Tripelkonzert Teil eines Staraufgebots war, präsentierte die Geigerin am Samstag mit dem Violinkonzert noch ein Beethoven-Opus – erneut begleitet vom BR-Symphonieorchester unter Andrés Orozco-Estrada. Der hatte sich mit Beethovens Vierter gut in Szene gesetzt, überließ dann aber seiner Solistin die Führung und verharrte bei den Schlussovationen bescheiden am Rand. Wobei der Kolumbianer auch in den einleitenden Passagen ähnlich getragene Tempi bevorzugte wie Mutter, die sich viel Zeit nahm und gerade im langsamen Mittelsatz überaus entspannt an den Klassiker heranging. Mit abgeklärtem, analytisch anmutendem Zugriff und Liebe zu Details – die aber manchmal ein wenig zu sehr ausgekostet wurden. TOBIAS HELL

Artikel 8 von 8