Trauma-Tänzer

von Redaktion

NACHTKRITIK Premiere von „I Masnadieri“

Schon Verdi machte aus Schillers „Räuber“-Vorlage ein um Politisches beraubtes Familiendrama. Regisseur Johannes Erath steigert das noch: Im Münchner Nationaltheater ist eine durch Mutter-Tod und Bruderzwist vollkommen traumatisierte Sippe zu erleben. Zeitebenen überlagern sich, und oft ist nicht klar, ob es sich hier um ein letztes Aufeinandertreffen von Untoten handelt.

Gestern Abend war Premiere von „I Masnadieri“ an der Bayerischen Staatsoper. Das Stück wird kaum gespielt, die knifflige Dramaturgie kann auch Erath mit seinem hermetischen Konzept nicht ganz lösen. Vokal am besten schneidet Charles Castronovo als Carlo ab, Igor Golovatenko (Francesco) nutzt seinen Bariton effektvoll als Waffe. Und Diana Damrau besinnt sich bei ihrem Amalia-Debüt ganz auf lyrische Qualitäten – vielleicht auch, weil ihr Sopran eine Spur zu leichtgewichtig erscheint. Michele Mariotti erinnert am Pult an den jungen Riccardo Muti. Eine ausführliche Kritik folgt morgen (Video-Kritik unter www.facebook.com/KulturMuenchnerMerkur).  th

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