230 Mark für ein WG-Zimmer in einer zentralen Altbauwohnung – na gut, dieser Punkt geht an Berlin. Was die Mietpreise angeht, war die Hauptstadt 2001 im Gegensatz zu München ein Schlaraffenland. Da hätte das Landei Lolle, das in der TV-Serie „Berlin, Berlin“ in die große Stadt zog, in München das Doppelte zahlen müssen. Von 2002 bis 2005 wurde die ARD-Kultreihe ausgestrahlt. 15 Jahre später kommt nun der Film über die von Felicitas Woll gespielte junge Frau in die Kinos (die Kritik folgt am Donnerstag). Die Immobilienpreise haben sich seither mehr und mehr angeglichen. Und auch was die Lebensart angeht, kann Bayerns Landes- mit der deutschen Hauptstadt mithalten.
„Döner macht schöner“, rufen Berliner gern und verweisen darauf, dass die gefüllten Fladen in ihrer Stadt am besten schmecken. Mag sein. Doch pfeif’ auf Schönheit, wenn du Leberkäs in der Laugensemmel vom Franziskaner haben kannst! Am besten genießt man den im Sommer auf den Stufen des Nationaltheaters. Und beobachtet die Leute, die vorbeispazieren. Das ist spannender als Fernsehen. Alternativprogramm für Quarantänezeiten? Die 13-teilige DVD-Box mit allen 86 Folgen von „Berlin, Berlin“ (Universumfilm). Vor allem für alle in den Achtzigern Geborenen eine bezaubernde Nostalgie-Reise. Egal, ob aus München, Berlin oder Castrop-Rauxel.