Die deutschsprachige Ausgabe von Woody Allens Biografie wird wie geplant bei Rowohlt erscheinen. Das Buch mit dem Titel „Ganz nebenbei“ soll am 7. April veröffentlicht werden, teilte der Verlag mit. „So können sich interessierte Leserinnen und Leser ihr eigenes Urteil bilden“, hieß es. Die Veröffentlichung war wegen der ungeklärten Rechtelage nicht sicher, nachdem der US-Verlag Hachette die Memoiren des New Yorker Regisseurs aus dem Programm genommen hatte. Grund waren die scharfen Proteste von Mitarbeitern und aus der Familie Allens. Gegen den Star (Foto: Claudio Peri/dpa) gibt es seit Jahrzehnten Missbrauchsvorwürfe. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow hält ihm vor, sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen zu haben. Der Regisseur hat das stets zurückgewiesen. „Wir stehen zu der Entscheidung, die Autobiografie von Woody Allen, dessen Erzählungen seit 1980 bei Rowohlt Taschenbuch erscheinen, im April in einer deutschen Übersetzung zu veröffentlichen“, sagte der Verleger Florian Illies. „Wir nehmen die Sorgen von Teilen der Öffentlichkeit wie von Autorinnen und Autoren, die im Zuge der geplanten Veröffentlichung geäußert wurden, ernst.“ Das betreffe insbesondere den Vorwurf, dass die Verlagsentscheidung als unangemessen und missverständlich gegenüber Missbrauchsopfern gewertet werden könne. „Damit berührt die nun geführte Debatte grundsätzliche Fragen des Verlegens von Büchern im Spannungsfeld von Ethik und Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter.“ Rowohlt will die Debatte weiterführen und plant eine Auftaktveranstaltung in Berlin zu diesem Thema in naher Zukunft.
Das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Intendanten der Festspiele Erl, Gustav Kuhn, wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung ist eingestellt worden. 15 angebliche Vorfälle seien untersucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft Innsbruck mit. „Am Ende blieb kein Vorfall über, der strafbar, nicht verjährt und beweisbar gewesen wäre“, sagte Staatsanwalt Hansjörg Mayr. Teilweise seien Handlungen beschrieben worden wie der Versuch eines Kusses, die auch nach heute geltenden Regelungen keine strafrechtlich relevante sexuelle Belästigung darstellten. Gewalt und Drohungen seien nie behauptet worden. Schilderungen Dritter über sexuelle Übergriffe seien von vermeintlichen Opfern selbst nicht berichtet worden, so Mayr. Kuhn hatte die Vorwürfe von fünf Künstlerinnen vehement bestritten. Unter dem Druck der Anschuldigungen war der heute 73-Jährige als Leiter der Festspiele zurückgetreten. Seit Herbst 2019 ist der Chef der Frankfurter Oper, Bernd Loebe, Intendant in Erl.