Was für eine wunderbare Idee: Line Hoven, die ihre zauberhaften Zeichnungen in Schabkarton kratzt, und der nicht ganz so talentierte Autor Jochen Schmidt stellen im Magazin „Chrismon“ reale und fiktive Paare vor, darunter Eva und Adam, Katia und Thomas Mann, Sisi und Franz. Hoven porträtiert das jeweilige Duo, während Schmidt ihm einen fiktiven Dialog in den Mund legt. Der Sammelband „Paargespräche“ zeigt deutlich, woran das Projekt krankt: Die Texte sind nicht komisch, sondern fad. Schmidts Humorfähigkeit ist überschaubar; zudem passen seine Zeilen nicht zu Biografie oder Charakter der Figuren. Dass er kaum recherchiert hat, ist am auffälligsten bei Miss Piggy, von deren typischer Redensart („Moi!?“) sich nichts findet. Kurz hofft man, dass Hoven und Schmidt bei Maja und Willi endlich das Potenzial ihrer Idee voll ausschöpfen: Das Bild bleibt leer. Doch wer hier einen bitteren Kommentar der Künstler aufs Bienensterben vermutet, irrt: Sie waren sich ob des Urheberrechts nicht sicher. leic