Kann man sich mit 63 Jahren neu erfinden? Ein wenig schon. Heinz Rudolf Kunze bleibt natürlich Kunze, seine Sprachverliebtheit zeigt sich auch in den Texten von „Der Wahrheit die Ehre“. Dabei kann es lyrisch werden wie in „Völlig verzweifelt vor Glück“ oder direkt wie in „Mit welchem Recht“, einem Pamphlet gegen Rassenhass und Migranten-Hysterie. Musikalisch aber ist ihm und seinem Team ein erstaunliches Phänomen gelungen. Während sich auf der einen Seite die Aufbruchsstimmung des Siebziger-Rocks breitmacht, sorgt Produzent Udo Rinklin für eine respektlose Hinwendung zum aktuellen Indierock. as