Im Unruhestand

von Redaktion

US-Schauspieler Bruce Willis, Held zahlreicher Actionfilme, feiert heute seinen 65. Geburtstag

VON BETTINA THIENHAUS

Glatt rasierter Schädel, leicht raue Stimme, freches Grinsen, Lachfältchen, intensiver Blick – so kennt man Bruce Willis, einen der kassenträchtigsten  Schauspieler. Er ist bekannt aus Actionfilmen wie „Last Man Standing“, „Der Schakal“ und der „Stirb langsam“-Reihe.   Heute feiert Willis,  der auch als Sänger erfolgreich ist, seinen 65. Geburtstag.

Geboren wird Walter Bruce Willis 1955 in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz, wo sein Vater als GI stationiert ist. Mutter Marlene stammt aus dem hessischen Kaufungen. Als Bruce zwei Jahre alt ist, zieht die Familie in die USA. Als Jugendlicher ist Bruce in einer Theater-AG aktiv – nicht zum Vergnügen, sondern, um sein Stottern zu bekämpfen. Erfolgreich.

Der  junge Willis träumt davon, Schauspieler zu werden,  er  möchte Robert De Niro,  Steve McQueen und Gary Cooper nacheifern. Er nimmt Schauspielunterricht, steht am Broadway auf der Bühne, tritt in Werbespots auf, jobbt als Barkeeper und Wachmann. Doch das Ziel heißt Hollywood. Über Fernsehserien wie „Miami Vice“ und „Twilight Zone“ kommt er dem näher. Seine erste Hauptrolle bekommt Willis 1987 in Blake Edwards Komödie „Blind Date“.

In dieser Zeit begegnet er Demi Moore, sie verlieben sich, heiraten, drei Töchter kommen zur Welt. Moore und Willis stehen gemeinsam vor der Kamera, in Alan Rudolphs Krimi „Tödliche Gedanken“ (1991) und „Drei Engel für Charlie – Volle Power“ (2003). Auch die Töchter werden Schauspielerinnen, Scout und Tallulah sind neben Mutter Demi in „Der scharlachrote Buchstabe“ und  „Banditen!“,  Rumer neben Vater Bruce in „Hostage“ auf der Leinwand zu sehen. Nach 13 Jahren Ehe trennen sich Moore und Willis im Jahr 2000.

Den Durchbruch zum Star erlebt Willis 1988 mit „Stirb langsam“. Es sei reiner Zufall gewesen, dass er im Actiongenre gelandet sei, sagte der Schauspieler einmal. Die Fernsehserie „Das Model und der Schnüffler“ hatte eine längere Drehpause, und Willis  konnte  darum  das Angebot annehmen, die „Die Hard“-Hauptfigur zu spielen, Cop John McLane. Der ist für seine lakonischen Sprüche so bekannt wie für seine familiären Probleme. „Mach’ bloß keinen Ärger, Dad“ beschwört ihn seine Tochter, eine Art Running Gag.

McLane ist ein Rollentyp, der perfekt zu Bruce Willis passte – harter Hund und guter Kerl zugleich, mit Würde und Selbstironie. Ein etwas anderer Actionheld. Nicht so kantig und schweigsam-verbissen wie Chuck Norris oder Arnold Schwarzenegger. McLane zeigt eine verletzliche, gemütliche Seite. Man konnte ihn sich gut nach einem anstrengenden Arbeitstag mit einem Bier vorm Fernseher vorstellen.

Willis verkörpert McLane auch in den folgenden vier „Stirb langsam“-Filmen, zuletzt 2013 in „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“. Der Star würde gern noch weitere Abenteuer drehen, wie er unserer Zeitung im Jahr 2013 erzählte: „Solange ich noch eine Knarre halten und mich aufs Dach eines Hochhauses schleppen kann!“ Action-Szenen realisiert er bis auf die ganz gefährlichen selbst: „Für die wirklich schwierigen Szenen gibt es schließlich Stuntmänner.“ Auch in „Das fünfte Element“, „Armageddon“ und „The Sixth Sense“ spielte er Hauptrollen.

Er habe ein Faible für schräge Filme, verkörpere gerne merkwürdige Figuren, sagt der Schauspieler. Das sind Typen wie der Thanatopraktiker in der rabenschwarzen Komödie „Der Tod steht ihr gut“ (1992), der Boxer mit Problemen in Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ (1994) oder der Chirurg, der statt zum Skalpell zur Waffe greift, in „Death Wish“ (2018).

In der Comicverfilmung „R.E.D. Älter. Härter. Besser“ steht Willis als pensionierter CIA-Agent vor der Kamera, unter anderen mit John Malkovich und Morgan Freeman. Auch in der Fortsetzung „R.E.D 2“ ist er, fern jeder friedlichen Seniorenattitüde, noch einmal im Einsatz.

Privat spielt für ihn die Familie eine zentrale Rolle: „Sie ist das Wichtigste in meinem Leben, gibt mir alle Kraft der Welt“, sagte er einmal. Sein Beruf mache ihm Spaß, trenne ihn aber auch von der Familie, und das gefalle ihm überhaupt nicht. Mit seiner zweiten Frau, dem Model Emma Heming, ist Willis seit 2009 verheiratet. 2012 und 2014 kamen die Töchter Mabel und Evelyn zur Welt.

Im Laufe seiner Karriere hat Willis zahlreiche Auszeichnungen bekommen, darunter einen Golden Globe und einen Emmy für „Das Model und der Schnüffler“, eine Goldene Kamera als Bester Internationaler Schauspieler und 2006 einen Stern auf dem legendären Hollywood Walk of Fame. Und die Stadt Idar-Oberstein ernannte ihn zu seinem 50. Geburtstag zu ihrem „Sonderbotschafter“.

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