Die Bayerische Staatsoper macht weiter. Zwar nur einmal pro Woche, nämlich montags, und dies lediglich im Internet. Doch vom Erfolg des vergangenen Akademiekonzerts, das im Stream und live von knapp 50 000 Nutzern verfolgt wurde (wir berichteten), fühlt man sich erst recht angestachelt. Ab kommender Woche gibt es also die „Montagskonzerte“, wieder live und kostenlos als Übertragung aus dem Nationaltheater. Und dazu fährt das Haus eine beeindruckende Starparade auf.
Wie am vergangenen Montag sind wieder Bariton Christian Gerhaher und sein Klavierbegleiter Gerold Huber dabei. Engagiert wurden zudem Tenor Jonas Kaufmann, Geigerin Julia Fischer, Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller, Bariton Michael Nagy und Bassist Tareq Nazmi. Darüber hinaus spielen Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters, Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts werden ebenfalls zu erleben sein. Fans müssen sich noch etwas gedulden: Das genaue Programm mit den Terminen und jeweiligen Besetzungen wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben.
Währenddessen wird schräg gegenüber, auf der anderen Seite der Maximilianstraße, eine neue Gratis-Bühne eröffnet. Sie heißt „Kammer 4“ und wird betrieben von den Münchner Kammerspielen. Erwartungsgemäß handelt es sich ebenfalls um eine Internet-Aktion. Jeden Tag stellt das Haus eine aktuelle Inszenierung 24 Stunden lang online, gewissermaßen als Schauspiel für daheim. Heute laufen die „Drei Schwestern“ in der Regie von Susanne Kennedy, die sich Tschechows Drama als Grundlage genommen hat. Morgen ist „#Genesis“ in der Inszenierung von Yael Ronen zu sehen. „Unheimliches Tal/ Uncanny Valley“ von Stefan Kaegi und Thomas Melle folgt am 21. März. Die Übertragungen kann man unter www.kammerspiele.de anklicken, dort gibt es auch den genauen Internet-Spielplan.
An ein klassisches, unmittelbares Live-Erlebnis vor Publikum glaubt weiterhin die Münchener Musiktheater-Biennale. Eigentlich soll diese vom 15. bis 29. Mai auf verschiedenen Bühnen stattfinden – bezeichnenderweise unter dem Motto „New Return“, also „neue Umkehr“. Aufgrund der Corona-Krise „werden wir zusammen mit unseren Kooperationspartnern flexibel reagieren“, teilte das Festival gestern mit.
Die Biennale soll nun zu einem „dynamischen Festival“ werden. Was bedeutet: Uraufführungen, die nicht im Mai in München gezeigt werden können, werden andernorts herauskommen oder eben zu einer anderen Zeit in der Landeshauptstadt Premiere haben. Der „Salon des Wunderns und der Sichten“, so formulieren es die Verantwortlichen, soll an verschiedenen Orten und im Internet locken. Der Vorverkauf wurde bis auf Weiteres verschoben, am besten wird man unter www.muenchener-biennale.de auf dem Laufenden gehalten.