IN KÜRZE

Autor Peter Bichsel feiert seinen 85.

von Redaktion

Die Klimaproteste, die Politik, das Altern – der Autor Peter Bichsel hat viel zu sagen, aber schreiben, das mag er nicht mehr. „Lassen wir das, ich habe ein Recht darauf, alt zu sein“, sagte der Schweizer Schriftsteller etwas nachdenklich, aber gut gelaunt kurz vor seinem 85. Geburtstag, den er heute feiert. Bichsel hat Kurzgeschichten und vor allem mehr als 1000 Kolumnen verfasst. Mit feinsinnigen Beschreibungen regt er seine Leser zum Nachdenken an, ohne ihnen Antworten aufzunötigen. Ein neuer Sammelband mit frühen Texten aus den Jahren 1967 bis 1971 ist gerade erschienen: „Auch der Esel hat eine Seele“ (Suhrkamp). Der Autor sei einer, der „die Leserschaft gern aufs Glatteis der Irritation führt, um es ihr selbst zu überlassen, wie sie gedanklich wieder herunter findet“, schrieb einst ein Kritiker. Bichsel wurde in Luzern geboren und wuchs in einer Handwerkerfamilie auf. Als Jugendlicher entdeckte er expressionistische und dadaistische Lyrik und war fasziniert. Er schrieb zunächst Gedichte, wurde auch Lehrer. 1964 machte er mit seinem ersten Kurzgeschichten-Band Furore. Die „Gruppe 47“ um Hans Werner Richter nahm ihn auf und verlieh ihm 1965 einen Preis. Bichsel hängte den Lehrerjob bald an den Nagel, wurde erst Redenschreiber und widmete sich dann ganz der Prosa. Leidenschaftlicher Autor sei er aber nie gewesen. Schreiben sei Arbeit.

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