Ein warmer Regen muss das gewesen sein, auf jeden Fall ein folgenreicher: „Motivationsdusche“ nennt Thorsten Schmidt, Intendant des Heidelberger Frühlings, das, was er von Pianist Igor Levit erfahren durfte. Wie viele Veranstalter auch musste sich eines der renommiertesten deutschen Musikfestivals der Coronakrise beugen. Vom 21. März bis 24. April hätte es eigentlich stattfinden sollen. Darin integriert, wie schon in den Vorjahren, ein Schwerpunkt „Standpunkte“, für den Levit verantwortlich zeichnet.
Von all dem sind nun zwei Konzerte übrig geblieben, die über die Webseite des Heidelberger Frühlings und den Facebook-Zugang gesendet werden. Am heutigen Donnerstag sind Levit und die Cellistin Julia Hagen mit Werken von Beethoven und Brahms zu erleben. Und am morgigen Freitag kommt es zu einem Mammutprogramm: Igor Levit spielt die 24 Präludien und Fugen von Schostakowitsch op. 87. Beide Internet-Konzerte beginnen um 19.30 Uhr. Für diese Abende hat die Berliner Hanns-Eisler-Hochschule ihre Türen geöffnet. Im Rahmen der Aktion wollen die Künstler auch zu Spenden an die Stiftung Heidelberger Frühling aufrufen. Damit sollen die Künstler unterstützt werden, denen aufgrund der Festival-Absage Honorare entgehen. Somit, so Intendant Thorsten Schmidt, könnten wenigstens „Teilgagen“ bezahlt werden.
Für ihn, das sagte Igor Levit auf einer improvisierten Internet-Pressekonferenz, sei das Spielen in diesen Zeiten sogar noch intensiver geworden. „Es ist schwer, allein zu Hause zu sein. Die Zeit des Musikmachens wird zum heilenden, beinahe rettenden Moment.“ th