Zwar spricht Österreichs Bundesregierung mittlerweile von Ausstiegsszenarien aus dem Corona-Stillstand, das Kulturleben hat es allerdings vorerst erwischt. Da bis Ende Juni auf Anordnung aus Wien keinerlei Veranstaltungen erlaubt sind, muss die Theater- und Konzertsaison damit beendet werden. Damit sind nicht nur die Spielpläne aller Häuser bis zum Beginn der Sommerferien Makulatur, auch Festivals müssen sich dieser Situation beugen.
Eine der prominentesten Veranstaltungen sind die Salzburger Pfingstfestspiele, für die Cecilia Bartoli als künstlerische Leiterin verantwortlich ist. In diesem Jahr war dort die Premiere von Donizettis „Don Pasquale“ geplant – eine Produktion, die zu den Sommerfestspielen weiterwandern sollte. Damit fehlt dem Renommier-Spektakel, das Ende Juli starten soll, bereits eine Operninszenierung.
Die Salzburger Festspiele bleiben in diesem Zusammenhang vorerst bei ihrer Sprachregelung. Bis 13. April sind dort alle Büros und Werkstätten geschlossen. Bis Ende Mai soll dann eine Entscheidung gefallen sein, ob die Festspiele durchgeführt werden. Auf den Verantwortlichen lastet dabei ein besonderer Druck, soll doch im Sommer der 100. Geburtstag des Festivals gefeiert werden. Möglich wären dabei eine Art Rumpf-Festspiele: Da zum Beispiel für Orchesterkonzerte im Vergleich zu den Opern kaum Proben erforderlich sind, könnte man zumindest diese stattfinden lassen. Auch denken einige daran, den prestigeträchtigen „Jedermann“ zu retten – es ist das Gründungsstück der Festspiele. Da keine Neuinszenierung ansteht, wäre auch hier der Probenaufwand geringer.
„Bis zuletzt hegten wir die Hoffnung, dass sich durch die konsequenten und beherzten Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung die Lage rechtzeitig entspannt und die Pfingstfestspiele 2020 stattfinden können“, teilte das Salzburger Direktorium gestern mit. „Daher ist auch die Abhaltung der diesjährigen Pfingstfestspiele zu unserem großen Bedauern untersagt. Aber natürlich hat auch für uns die Gesundheit Priorität vor allen künstlerischen und ökonomischen Anliegen.“ Der Preis für bereits erworbene Karten wird erstattet, die betreffenden Käufer erhalten dazu in Kürze eine Mail der Festspiele.