IN KÜRZE

Jüdisches Museum will unabhängig sein

von Redaktion

Die neue Direktorin des Jüdischen Museums Berlin, Hetty Berg, will nach den Diskussionen um das Haus die Unabhängigkeit der Einrichtung sichern. „Anders als in Ländern wie Polen und Ungarn, in denen Regierungen auf die künstlerischen und wissenschaftlichen Institutionen einen starken Einfluss ausüben, ist das Museum in Deutschland unabhängig“, sagte Berg. In dieser Hinsicht sei die Bundesrepublik ein Vorbild in Europa. Die neue Dauerausstellung, deren für Mai geplante Eröffnung wegen der Corona-Pandemie verschoben wurde, wolle die Beziehungen von Juden zu ihrer nichtjüdischen Umwelt in Geschichte und Gegenwart zeigen. Dabei solle das Leiden der Juden im Nationalsozialismus einen größeren Raum bekommen, doch nicht im Mittelpunkt stehen. „Es geht hier um jüdisches Leben und jüdische Kultur – nicht allein um Tod und Vernichtung“, sagte die neue Direktorin. Zur früheren Kritik, das Museum habe sich nicht deutlich genug von der anti-israelischen Boykottbewegung BDS distanziert, erklärte Berg: „Ich habe bereits öffentlich gesagt, dass ich die BDS-Bewegung ablehne.“ Der BDS fordere nicht nur einen Boykott Israels, sondern rufe auch zum Boykott von israelischen Künstlern und Wissenschaftlern auf. „Für mich ist das nicht akzeptabel.“

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