Erzählen tröstet

von Redaktion

Lesenswert ((((;

Vor allem ist dieses Büchlein ein Zeitzeugnis. Das Stadtmuseum München sammelt alles, was auf die Corona-Krise verweist – in die Sammlung würde dieser Beitrag von Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge ausgezeichnet passen. Wie in den gemeinsamen Bändchen zuvor ist es ein Gespräch, das die beiden Juristen und Schriftsteller geführt haben. Ohne vorgegebenes Ziel, ein Gedankenstrom, von dem sie sich treiben lassen. Es ist indes kein Dialog von Angesicht zu Angesicht. Sondern ein Chat, geführt am 30. März 2020, 19 Tage nachdem die WHO die Ausbreitung des Virus zur Pandemie erklärt hatte. Schirach und Kluge diskutieren die juristische Situation, die Frage nach den Freiheitsrechten des Einzelnen, das Abwägen der Politik. Dies stets mit Blick zurück in die Geschichte. „Wie verhält sich die Literatur, was kann sie darüber erzählen?“, fragt Kluge einmal. Denn: „Erzählen tröstet.“ Wie wahr.  kjk

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