Kein Sendeschluss für Bücher

von Redaktion

Die Literaturbranche fordert mehr Sichtbarkeit im Fernsehen

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wirft dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor, Sendeplätze für Buchthemen zu streichen. In den Programmen von ARD und ZDF hätten Bücher „massiv an Sichtbarkeit eingebüßt“, sagte die Vorsteherin des Börsenvereins, Karin Schmidt-Friderichs (Foto: Arnold/dpa). Literatur und das Gespräch darüber trügen aber zu einer freien Gesellschaft bei. Literatursendungen ermöglichten kulturelle Teilhabe. „Bücher zunehmend aus der Wahrnehmung der Menschen zu rücken, ist nicht erst in Zeiten von ,Fake News‘ und Verschwörungstheorien fatal“, so die Verlegerin.

Sie bezog sich auf die Ankündigung des NDR, die seit 30 Jahren laufende Sendung „Bücherjournal“ zum Jahresende einstellen zu wollen. ARD und ZDF hätten zudem in den vergangenen Jahren Sendungen wie „Lesezeichen“, „Lesen!“ oder „Die Vorleser“ gestrichen.

Auch die Autorenvereinigung PEN nannte die Einstellung des „Bücherjournals“ ein „fatales Zeichen“. Anstatt einen Rückgang der Lesekultur zu beklagen, hätten die Sender die Aufgabe, diese Entwicklung zu stoppen und Leselust zu wecken. Das PEN-Zentrum unterstützt einen offenen Brief an NDR-Intendanten Joachim Knuth, der von Verlegern, Buchhändlern, Autoren und Kulturschaffenden unterzeichnet ist. Sie fordern, das „Bücherjournal“ fortzusetzen.  kna

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