Mit 67 Jahren ist Lucinda Williams nun an den Randgebieten des Punkrock angekommen: „Good Souls Better Angels“ ist getragen von einer erfrischend rotzigen Attitüde und einer Stimme, die ein bisschen so klingt, als würde die Roots-Rock- und Country-Ikone regelmäßig einen Löffel Split mit einem Glas Whiskey runterspülen. Entsprechend auf Krawall gebürstet ist ihre Band und packt den wütenden „Bad News Blues“ oder das abgrundtief böse „Wakin’ up“ in ein übersteuertes, bluesbasiertes Gewand. Das einem gewissen Präsidenten gewidmete „Man without a Soul“ hält dem Vergleich mit Dylans furiosesten Protestsongs stand und rückt das Album in ein spannendes Dreieck aus Rock, Folk und Punk. Es ist erstaunlich, dass dieser Arbeit mehr Schärfe, Willen zur Provokation und Mut zur klaren Aussprache innewohnt als so ziemlich allem, was der Rock-Nachwuchs aktuell von sich gibt. Ein notwendiges, ein wichtiges Album! cu