Knapp vierundzwanzig Stunden nach der Hochzeit liegt die Braut im Koma. Ein Unfall? Oder Absicht? Willem, der Ehemann, stößt durch verzweifeltes Nachfragen auf ein furchtbares Trauma, das seine Frau Abby bereits seit ihrer Kindheit quält. Joyce Carol Oates verknüpft in ihrem neuen Roman „Verfolgung“ Gedankenfragmente, Albtraumszenen und Erinnerungen auf verschiedenen Erzählebenen, um den Leser die Zerrissenheit ihrer Hauptfigur buchstäblich spüren zu lassen. Tatsächlich aber reißt sie damit auch die eigene Story in Stücke. Und weder Abby noch Willem bekommen genügend Raum, um Tiefe und Charakter zu entwickeln, die notwendig wären, um wirkliche Spannung aufzubauen. Schade. mbl