von Redaktion

Sehenswert ((((;

In den Achtzigerjahren war Adrian Lyne eine große Nummer. Heute hingegen erkennen’s wohl alle: „9 1/2 Wochen“ kreuzbraver Konsumfetischismus, „Fatal Attraction“ monströs misogyn. Ausgerechnet sein Flop damals aber verdient eine Ehrenrettung und fand eine neue Fangemeinde. „Jacob’s Ladder“ (1990) erkundet singulär die Schnittmenge von Kriegsfilm, Horror und mystisch-spiritueller Seelenreise. Ein Vietnamveteran (Tim Robbins) wird von Visionen heimgesucht und finsteren Mächten verfolgt: das heruntergekommene New York als grindige Vorhölle. Lynes an Werbung und Musikvideos geschulte Ästhetik wurde hier erdig, rostig, körnig, Belichtungs-Grenzbereiche auslotend. Die Mediabook-Ausgabe bewahrt das authentisch in HD. Ausgerechnet ein großer Illustrator der Reagan-Ära fand nun Bilder fundamentaler Verunsicherung und begriff die USA als Albtraum.  wil

Artikel 5 von 7