Die britische Schauspielerin Tilda Swinton und die Hongkonger Regisseurin Ann Hui erhalten bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig die Goldenen Löwen für ihre Lebenswerke. Das Festival läuft vom 2. bis zum 12. September. Die 59-jährige Swinton sei „eine der originellsten und kraftvollsten Darstellerinnen“, die sich mit dem Ausgang des vergangenen Jahrhunderts etabliert habe, lobte der Filmfest-Direktor Alberto Barbera. Die Chinesin Hui (73) habe ihr Können in einer langen Karriere in den unterschiedlichsten Genres bewiesen. Sie sei eine der profiliertesten Filmemacherinnen Asiens. Von ihr stammen Werke wie zum Beispiel „Boat People“ (1982) und „Our Time will come“ (2017). Beide Preisträgerinnen äußerten sich erfreut. Swinton wurde, ohne die Corona-Krise direkt zu erwähnen, zitiert: Sie sei glücklich, „in diesem Jahr aller Jahre nach Venedig zu kommen, um das unsterbliche Kino“ trotz der Herausforderungen zu feiern. Die Liste der Wettbewerbsfilme und das ganze Programm sollen am 28. Juli bekannt gegeben werden.
Der mit 20 000 Euro dotierte Uwe-Johnson-Preis geht heuer an Irina Liebmann für ihren Roman „Die Große Hamburger Straße“. Gedächtnis und Erinnerung seien zentrale Achsen im Werk der 76-Jährigen, teilte die Jury mit. In diesem Buch habe die Autorin ein Prosa-Netz entworfen, in dem unterschiedliche Zeitebenen kunstvoll miteinander in Verbindung gebracht würden, deren Spanne vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart reiche. Der Preis würdigt Werke mit Anknüpfungspunkten an die Poetik von Uwe Johnson (1934-1984), dem Autor der „Jahrestage“. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen Walter Kempowski, Lutz Seiler und Christa Wolf.