Elvis trifft Valentin

von Redaktion

Das Deutsche Theater spielt jetzt in seinem Innenhof – mit Witz und Musik

VON KATJA KRAFT

Und wenn wir am Ende dieses Jahres zurückblicken, dann auch in dem Gefühl, manches Mal über uns selbst hinausgewachsen zu sein. Wie mächtig sie gerade wirken, die kreativen Kräfte. Was sie für fabelhafte Ideen hervorbringen. Plötzlich sind Dinge möglich, für die man vorher vergeblich gekämpft hatte.

Nehmen wir zum Beispiel den Innenhof des Deutschen Theaters. Mitten in der Stadt, windgeschützt, ein bisschen weltstädtischer Berliner Hinterhof-Charme, vermischt mit herausgeputzten Münchner Fassaden. „Wir wollten in unserem Hof schon häufiger Open-Air-Veranstaltungen anbieten. Doch der Antrag zur Genehmigung wurde immer abgelehnt“, erzählt Carmen Bayer, Geschäftsführerin des Theaters. Dann kam Corona, kam der Lockdown, kam das Aus des regulären Spielbetriebs. Und schließlich das Okay: Dank Hygienekonzept dürfen Bayer und ihr Team nun im Rahmen von „Sommer in der Stadt“ wieder Programm machen. 190 Stühle sind aufgebaut – im Gegensatz zu den 1500 Sitzen im Theater realistisch gesehen ein Tropfen auf den heißen Stein. Bayer sagt: „Es ist unsere einzige und eine gute Möglichkeit, uns zu präsentieren.“

Deshalb gibt es in den kommenden Wochen das, wofür man das Haus kennt: Musik und Witz. Keine Musicals – mit Hebefiguren und gemeinsamem Herumturnen ist es gerade ja so eine Sache. „Wir müssen einfach das Beste daraus machen“, findet Bayer. Denn dann, auch das lernen wir gerade, wird man belohnt. Das Wetter könnte nicht besser sein für den musikalischen Ausflug nach Andalusien, den man an diesem Samstag anbietet. Dann spielt das Café del Mundo, Deutschlands gefeiertes Flamenco-Duo, auf. Tags drauf geht’s zurück nach Bayern: „Die Orchesterprobe“ gehört zu den Klassikern des Repertoires von Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Nach mehreren ausverkauften Gastspielen im Silbersaal des Deutschen Theaters wird er nun erstmals unter freiem Himmel gezeigt.

Am 14. August kann Django Asül sein aktuelles Programm „Offenes Visier“ endlich wieder live vor Publikum spielen. Einen Tag später macht das Duo BlankWeinek seine Späße – Schauspieler Harry Blank („Dahoam is Dahoam“) sowie Sänger und Autor Andreas Weinek haben nicht nur das bayerische Chanson erfunden, sondern verpacken ihre Lieder noch dazu sehr charmant in einen Abend voller vogelwilder Geschichten. Lustig wird’s auch am 16. August, wenn Michael Altinger ein Best-of seiner Solo-Programme gibt.

Fans von Rockabilly, Rock ’n ’Roll, Country und Elvis-Hits sollten am 21. August kommen, wenn Chris Aron & The Croakers sich auf der Bühne austoben. Zwei Tage später, am 23. August, dann das Kontrastprogramm: Christian Springer verspricht, an diesem Abend „das lustigste Ende der Welt“ zu prophezeien. Zum Finale am 30. August wird’s dann noch einmal hübsch schräg – wenn Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys fröhlichen Schmarrn und tiefgründige Popkritik miteinander verbinden. Liebe Leute, ’s is wieder Sommer in der Stadt!

Karten

unter 089/ 55 23 44 44;

die Programme starten

jeweils um 20 Uhr und

dauern 70 Minuten. Eine Pause gibt es nicht. Nach Konzertende muss man den Hof verlassen; das Restaurant hat aber geöffnet.

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