Vinyl-Freunde, die ein offenes Ohr für ungewöhnliche Pop-Klänge haben, dürfen sich freuen. Charlotte Dos Santos’ EP „Harvest Time“, die im März erschienen ist und fünf bemerkenswerte Songs zwischen Jazz und Pop vereint, gibt es nun als Platte. Die fünf Lieder machen sich sehr gut auf einem Medium, mit dem man sich aktiv beschäftigen muss. Pop für nebenbei ist die Musik der norwegisch-brasilianischen Produzentin, Sängerin und Komponistin nämlich nicht. Weitgehend befreit von gängigen Strukturen und alles andere als formatradiotauglich, stellt sich die Musik der am Bostoner Berklee College of Music ausgebildeten Synästhetin dar. Nach mehreren Durchgängen keimt auch der Gedanke, dass das Format „EP“ gut gewählt ist. So virtuos Dos Santos mit den vielschichtigen Variablen auch spielt, mangels klarer Strukturen ähneln sich die ätherischen Stücke sehr und könnten auf Albumlänge überfordern. cu