Die Idee ist nicht neu. An der Bearbeitung von Schuberts Liedern versuchten sich Kollegen wie Liszt, aber auch der dirigierende Komponist Hans Zender mit seiner Übermalung der „Winterreise“. Alexander Krampe, bekannt durch pfiffig-kluge Versionen für die Kammeroper München, hat dies beim „Schwanengesang“ und bei Schumanns „Dichterliebe“ riskiert. Man registriert das Werk eines versierten, fantasievollen Arrangeurs, der Stimmungen erspürt und sie behutsam in die größere Dimension eines Ensembles überführt. Doch meist bewegt sich die Orchestrierung im lichten Bereich, berücksichtigt nur Teilaspekte, ist mehr flauschiges Bett für die Gesangsstimme. Daniel Behle lässt sich gern davon tragen. Sein Gesang ergänzt in seinem intelligenten, den Text hinterfragenden, technisch nahezu makellosen Vortrag das, was den Orchesterbearbeitungen fehlt. th