Im Film sind lebensbedrohliche Unglücke wenigstens therapeutisch: maßgeschneidert, um tief sitzende Traumata, akute Familienprobleme der Hauptpersonen aufzugreifen. Wenn in „Breaking Surface“ Tuva (Madeleine Martin) bei einem Tauchgang im norwegischen Fjord in 33 Metern Tiefe eingeklemmt wird, ist das für ihre Schwester Ida (Moa Gammel) auch Konfrontation mit alten Ängsten, Konflikten. Aber wie meist bei diesen Filmen ist der dramaturgische Ballast trotz toller Besetzung weniger überzeugend als die rein physische Bedrohung, das „Was würde ich tun?“-Spiel um Zeit, Luft, Druck und fehlendes Werkzeug. Im allmählich recht ausufernden Mini-Genre von „Open Water“, „47 Meters Down“ und Co. tummelt sich Joachim Hedéns kompakter Thriller im oberen Mittelfeld. Er wäre aber wohl stärker, wenn er neben Idas Rettungs-Rennerei auch Zeit gehabt hätte für Tuvas Angst im eisigen Dunkel. wil