„Wir können starten“

von Redaktion

Kultur- und Sportbranche sowie Wissenschaft erarbeiten Konzept für die Wiedereröffnung

VON GERD ROTH

Mit einem modularen Konzept wollen Kultur, Wissenschaft und Sport unter Pandemiebedingungen wieder Zuschauer in ihre Spielstätten holen. „Wir wollen der Politik einen Weg aufzeigen, wie es zurückgehen könnte“, sagte Gesundheitsökonom Florian Kainzinger während der Präsentation des von gut 40 Kultur- und Sporteinrichtungen getragenen Konzeptes, an dem 20 Wissenschaftler verschiedener Disziplinen mitgewirkt haben. Einen konkreten Zeitpunkt wollten die Beteiligten nicht nennen. Es gehe um eine Zusammen-schau von Kriterien, „zentrale Frage ist die Belastung des Gesundheitswesens“, so Kainzinger. Aus Sicht von Georg-Christian Zinn, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin in Ingelheim, soll das Konzept „möglichst vielen Zuschauern die Möglichkeit geben teilzunehmen“. Als Vertreter der Theater sagte Klaus Dörr, Intendant der Volksbühne Berlin: „Wir können jeden Tag starten.“

Der Leitfaden sieht ein Basiskonzept zur Rückkehr von Zuschauern vor. Bei geschlossenen Räumen wie Konzert- oder Opernhäusern, Theatern, Kultur- und Sporthallen soll jeweils ein Hygiene-, Lüftungs- und Infektionsschutzkonzept notwendig sein. Zudem werden Ein- und Auslass sowie An- und Abreise des Publikums geregelt. Damit werde eine Besetzung zwischen 25 und 30 Prozent möglich. Im Außenbereich wird bei vergleichbaren Standards eine Auslastung von bis zu 40 Prozent als möglich betrachtet. Ansonsten braucht es Spezialpläne, wobei ein Hygienekonzept mit hohem Anspruch „Wildwuchs“ verhindern soll. Ein Maximalmodell erfordert etwa digitales Kontaktmanagement und Antigen-Tests vor der Veranstaltung. Mit solchen Maßnahmen ist eine „Vollauslastung von Opern, Konzerten und Sportereignissen“ möglich.

An der Entwicklung haben Fachleute etwa aus den Bereichen Infektiologie und Virologie, Raumlufttechnik, Gesundheitsökonomie sowie Kultur-, Sport- und Rechtswissenschaften mitgearbeitet. Mitgezeichnet haben unter anderen der Kulturrat, der Deutsche Bühnenverein, diverse Theater und Konzerthallen, der Münchner Gasteig und der Olympiapark, der DFB, der Handballbund und der Volleyball-Verband.

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