Seit jeher entzieht sich der überzeugte Irrwisch Rainald Grebe erfolgreich dem Versuch der Einordnung. Er ist Musiker, Kabarettist, Abrissbirne. Nun widmet er sich reichlich überraschend der Popmusik. Verblüffend souverän textet er gallig zu samtig-süffigen Klängen über Querdenker, selbst ernannte Gewinner, echte Verlierer, das Vakuum des Internets und natürlich den Tod, die einzig wahre Ich AG. Das ist oft hinterhältig, manchmal auch richtig gemein, gelegentlich sentimental – also echter Pop. Natürlich persifliert er mit dem elektronischen Fiepen, den wabernden Loops und weichen Beats aus dem Rechner den derzeit beliebten deutschen Befindlichkeitspop mit seiner Anti-Lyrik. Oder wie Rainald Grebe mal gesagt hat: Alles irgendwie gleich – individuell eben. Wegbegleiter dieses verkannten Philosophen werden ihren Spaß haben, für Grebe-Anfänger ist es eine ideale Einstiegsdroge. zg