Ludwigs Erbe

von Redaktion

Neumeister versteigerte königlichen Besitz

Das wird ein königliches Kaffeekränzchen! Am Montagabend kamen wie berichtet edle Stücke aus der Sammlung König Ludwigs III. von Bayern beim Münchner Auktionshaus Neumeister zur Versteigerung. Er war der letzte Wittelsbacher-Monarch, sein Reich kam ihm bei der Revolution von 1918 abhanden. Nun also konnte man – mit dem nötigen Kleingeld – einige seiner herrlichen Schätze ergattern.

Das meiste Geld brachten vier Porträts des Hofmalers Joseph Stieler. Die Besitzer des Stieler-Hauses am Tegernsee hätten für 350 000 Euro den Zuschlag erhalten, teilte das Auktionshaus Neumeister mit. Die Gemälde zeigten unter anderem König Maximilian I. Joseph von Bayern (1756-1825) und seine Frau Karoline Friederike (1776-1841).

Auch Porzellan und Silber wurden versteigert. Die Kunstgegenstände stammen aus dem Schloss Nádasdy in der westungarischen Stadt Sárvár. Nach dem Ende des Königreichs Bayern 1918 blieb es im Besitz der Wittelsbacher-Familie. Ludwig III. habe sich gerne dorthin zurückgezogen, um auf die Jagd zu gehen. Am 18. Oktober 1921 starb er dort. Als 1945 die russische Armee anrückte, floh die Familie und ließ viele Kunst- und Silbersachen im Schloss zurück (wir berichteten).

Bei der Sonderauktion am Montag kamen rund 80 Lose zum Aufruf, darunter eine goldverzierte Vase mit dem aufgemalten Panorama des Berliner Prachtboulevards Unter den Linden. Sechs Teller aus dem sogenannten Bamberger Service wechselten für 56 000 Euro den Besitzer, geschätzt worden waren vorab 20 000 bis 25 000 Euro. Am Telefon, online und im Saal lieferten sich die Bieterinnen und Bieter einen Wettstreit um die schönsten Stücke.  kjk/dpa

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