Pietro kann sich an seine Mutter nicht erinnern. Sie hat ihn und seinen Vater Ettore wenige Monate nach seiner Geburt verlassen. Diese Wunde klafft – sie quält Pietro, sie belastet das Vater-Sohn-Verhältnis. Das Fehlen dieser Frau macht sie präsenter, als wenn sie da wäre. Der Schriftsteller Roberto Camurri begleitet Pietro, der nicht einmal den Namen seiner Mutter kennt, durch die Kindheit und Jugend. Das Problem: Die düstere Stimmung, die den Buben umgibt, überträgt sich auf den Leser. Und die „emotionale Wucht“, die der Umschlagtext dieses Romans verspricht, erdrückt den Lesegenuss eher statt ihn zu fördern. Wenn die Sprachlosigkeit der Figuren die Handlung selbst lähmt, wird auch das Lesen mühsam. mbl