Das vorweg: Wer auf Action steht, der ist hier falsch. Wer aber sehen möchte, wie minimale Aktionen wirken, was wenige Sätze, wenige Handlungen auslösen können, der schaue Roy Anderssons auf der Biennale in Venedig 2019 gefeiertes Werk „Über die Unendlichkeit“. Anderssons Filme seien, so schrieb unser Kritiker bei Kinostart, „eine Art bewegter Malerei“. Deshalb muss man sie eigentlich auf der großen Leinwand sehen. Die füllt Andersson in jedem Kapitel mit einem neuen Gemälde. Und lädt uns Zuschauer dazu ein, sie fasziniert anzuschauen – „und alles an der Komposition mit den Augen eines Galeriebesuchers“ wahrzunehmen. Leider können wir das zurzeit nur zu Hause tun. Deshalb der Tipp: das Handy und jede weitere Ablenkung aus dem Zimmer verbannen und sich ganz einlassen auf diese meditative Abhandlung über Verzweiflung und Ängste, Frust und Glück, Liebe und Tod. Kurzum: das Menschsein. kjk