CD Beethovens „Erlkönig“

von Redaktion

Hörenswert ((((;

Schubert? Ein Hit. Auch die Version Loewes schleicht sich in manches Lied-Programm. Aber ein „Erlkönig“ von Beethoven? Die Goethe-Version des 22-Jährigen blieb unvollendet, ist aber von einer Kraft und Dringlichkeit, die es mit der Konkurrenz aufnehmen kann. Bariton Hans Christoph Begemann und Pianist Thomas Seyboldt stellen eine rekonstruierte Fassung auf ihrer CD vor und koppeln diese mit Vertonungen von Gellert-, Matthisson- und Sauter-Gedichten. Krönung ist „An die ferne Geliebte“, einer der ersten Lied-Zyklen überhaupt. Begemanns Stimme ist ein Fall für Liebe aufs zweite Hören. Bis man merkt, dass die fein gestuften Grauwerte und der scheinbar belegte Klang Inhaltliches nur umso stärker akzentuieren – weil es weder Eitelkeiten noch Posieren gibt. Über Technisches ist Begemann, dieser bescheidene, kluge Sänger, ohnehin erhaben. Typisch für das Label mit seinen Pappkarton-Editionen ist ein hochinteressantes Booklet, in dem unter anderen Begemann zu Wort kommt.  th

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