„Ich muss ein richtiges Mädchen werden!“, sagt Samar. Damit niemand mehr über sie lacht, damit sie jemand heiratet und sie endlich von der deutschen Gesellschaft, in die sie mit ihrer Familie von Syrien aus geflohen ist, akzeptiert wird. Doch was ist mit ihrer Heimat? Ihre Familie ist muslimisch – und hält Geschlechtsoperationen für Sünde. Beide Töchter, Samar und Lohan, leben als Transfrauen. Der Vater wollte sie vor Angriffen schützen, ist deshalb mit ihnen nach Deutschland geflohen. Liebevoll erzählt er in „Zuhurs Töchter“ über die beiden. Doch macht gleichzeitig seinen Konflikt klar: Die Töchter bringen „Schande“ über die Familie. Was wird im Jenseits mit ihnen passieren?, fragt die Mutter sorgenvoll. Doch die Frauen denken nicht ans Jenseits. „Lasst uns in diesem Leben glücklich sein“, lautet ihr Motto. Wie weit der Weg dorthin ist, davon erzählt Laurentia Genskes Dokumentation. Auf einfühlsame Weise wirft sie Fragen auf: Was ist weibliche Identität? Wer prägt unsere Werte? Und: Können wir uns ein für allemal von unserer Herkunft lösen? (Bis 23. Mai: dokfest-muenchen.de) kjk