Eines muss klar sein: Blackberry Smoke erfinden auch auf ihrem heute erscheinenden achten Album „You hear Georgia“ nichts neu. Weder sich selbst noch den Southern Rock. Was sie aber seit genau 20 Jahren mit bewundernswerter Beständigkeit abliefern, hat Qualität und einen ganz eigenen Klang: satt rockend mit mehr Country als Blues unter den Stiefelsohlen und mehr Gospel als Soul in der Seele.
Ihr Sound setzt sich zu unterschiedlich großen Teilen aus dem Erbe ihrer musikalischen Vorväter zusammen. Da wären die freche Boogie-Schärfe der Georgia Satellites, der Mut zu einfachen Hymnen im Stile Lynyrd Skynyrds, die süffig-groovige „laid-back“ Southern-Mischung der Black Crowes, die Country-Erdung der frühen 38 Special und die stoische Zwanglosigkeit der Allman Brothers.
Gepaart mit einem Schuss ZZ-Top-Coolness ist das eine verdammt verführerische Mischung. Diese hat die aus Atlanta, Georgia, stammende Gruppe 2012 mit dem Hit-Album „The Whippoorwill“ definiert und erweckt sie seither konsequent, Platte um Platte, zu neuem Leben. Wieso sollte man etwas ändern, das funktioniert? Südstaaten-Gelassenheit.
Frontmann Charlie Starr (Gesang, Gitarre), Richard Turner (Bass, Gesang), Brit Turner (Schlagzeug), Paul Jackson (Gitarre, Gesang) und Brandon Still (Keyboards) luden sich zum 20-jährigen Bestehen ein paar Freunde ins Studio ein: Die Dauergäste Preston Holcomb (Percussion) und Benji Shanks (Gitarre) sowie Country-Songwriter Jamey Johnson und den Gov’t-Mule-Frontmann und Ex-Allman-Brother Warren Haynes sind zu hören. Die Background-Parts übernahm das R&B-Duo The Black Bettys.
Herausgekommen ist ein von Dave Cobb analog-warm produziertes Rockalbum, das die reiche musikalische Tradition der US-Südstaaten-Metropole Georgia ehren möchte. Schließlich hat diese Klassiker wie The Allman Brothers Band, Little Richard, Ray Charles, Otis Redding, James Brown, The Black Crowes, Cat Power oder auch R.E.M. hervorgebracht – und Blackberry Smoke natürlich.
Blackberry Smoke:
„You hear Georgia“
(The Orchard/Bertus).