Die Kunst der Natur

von Redaktion

Die Macher des Zukunftsmuseums Biotopia in München stellen ihre Pläne vor

VON KATRIN BASARAN

Ein Museum für die Zukunft, ein Leuchtturm für Bayern will Biotopia werden – und das so beliebte wie in die Jahre gekommene Museum Mensch und Natur im Nordflügel des Schlosses Nymphenburg ersetzen. Am Montagabend informierten Macher und Unterstützer des ehrgeizigen Projektes, darunter Auguste von Bayern und Gründungsdirektor Michael John Gorman, über ihre Vorhaben und den aktuellen Stand. Während das Museum Mensch und Natur denkmalgerecht saniert wird und fortan Werkstätten, Verwaltung und Gastronomie beherbergen soll, muss für den Neubau ein leer stehendes Gebäude der Ludwig-Maximilians-Universität weichen.

Um den Abriss dieses Hauses – Pendant zum sogenannten Schwaigebau im Südbau des Schlosses – gibt es Wirbel. Kritiker bemängeln, der geplante Neubau zerstöre das Gesamtensemble und damit die Chance der Schlossanlage, ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen zu werden – was ohnehin als unwahrscheinlich gilt, weil schon zu viele solcher Ensembles diesen Titel tragen. Und: Das Gebäude aus den Sechzigern (!) steht nicht grundlos leer. Die Bausubstanz ist in bedenklichem Zustand, Asbest und andere Giftstoffe bedrohen die Gesundheit. Statik und Raumproportionen wären zudem für ein Museum ungeeignet. Da bleibt nur der Abriss, der wohl noch dieses Jahr beginnen wird. Er wird sich – auch wegen der aufwendigen Schadstoffbeseitigung – wohl bis 2023 hinziehen. Danach soll Biotopia gebaut werden. Geht alles glatt – unter anderem muss der Landtag im Sommer über die 200 Millionen Euro Kosten für das Bauvorhaben abstimmen –, soll das neue Museum 2028 eröffnen.

Der Neubau, dessen Entwurf überarbeitet und etwa um großzügige Fenster ergänzt wurde, soll 7000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten. Zum Vergleich: Dem Museum Mensch und Natur stehen 2300 Quadratmeter zur Verfügung. Das Haus wird in den Boden gebaut: Zwei Etagen befinden sich unter der Erde. Im Inneren dominieren helle, offene Räume. Es wird ein eigenes Museum für Kinder bis sechs Jahre geben, in dem die Kleinen spielerisch an die Themen herangeführt werden. Mitmach-Labore, Unterwasserwelten, Seminarräume und Gastronomie ergänzen das Angebot.

Die Ausstellungen sind nach Themen aufgebaut: Bei „Bewegung und Wandern“ geht es etwa um „tierische Migration“, der Bereich „Bauen und Gestalten“ dreht sich um tierische Baumeister wie Biber oder Termiten. Dabei geht es stets ums Mitmachen, Erleben und Erfahren. Nicht zuletzt soll das Biotopia ein Knotenpunkt für ein bayerisches Netzwerk von Naturkundemuseen werden. Und: Die Menschen sollen Sinne, Empathie und Verständnis für die Umwelt schärfen sowie Kinder ihren Forscherdrang ausleben – vielleicht wird hier der Grundstein für eine künftige Generation von Wissenschaftlern gelegt, die an Lösungen für die großen Probleme von heute arbeiten.

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